Bogenschießen für Einsteiger

Bogenschießen, egal in welcher Form, ist ein feiner Sport. Der Körper, allem voran der Schulter- und Rückenbereich, wird wunderbar trainiert. Seitdem ich wieder aktiv bin, haben sich Rückenschmerzen und Verspannungen vom Schreibtischjob verflüchtigt. Das Immunsystem wird gestärkt durch die frische Luft, vor allem als Feld- und 3D-Schütze. Und der Kopf wird trainiert – man muss sich konzentrieren, fokussieren und auf zig verschiedene Kleinigkeiten gleichzeitig achten. Wunderbar, um vom Alltagsstress abzuschalten, dafür ist beim Schießen nämlich einfach kein Platz mehr in der Birne.

Doch wie kommt man eigentlich zum Bogenschießen? Wo kann man das mal ausprobieren oder lernen? Was kostet so ein Bogen? Wo kaufe ich den? Welcher Bogen ist der Richtige? Das sind Fragen, die wir Bogensportler immer wieder hören, daher dachte ich mir mal, dass ich zumindest einen Teil davon zu beantworten versuche.

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Die Variante „Ich kauf mir mal nen Bogen und baller nen bisschen im Garten rum“ ist jedenfalls nicht optimal. Bogenschießen hat viel mit Technik zu tun und ohne vernünftige Einweisung macht es auf lange Sicht keinen Spaß, es schleichen sich endlose Fehler ein und das Verletzungsrisiko ist nicht außer acht zu lassen, zumal sich Anfänger gern überschätzen, vor allem, was das Zuggewicht eines Bogens angeht.

Wo kann ich das Bogenschießen ausprobieren?

Nun, Möglichkeiten gibt es reichlich. Bei verschiedenen Event-Veranstaltern steht das Bogenschießen durchaus hoch im Kurs. Optimal ist das nicht unbedingt, denn wie ich aus eigener Erfahrung weiß, hapert es dort oft an vernünftig gewartetem Equipment und die „Trainer“ haben bestenfalls mal gegoogelt, wie das alles funktioniert. Nicht verallgemeinernd gemeint, man kann auch durchaus Glück haben. Na ja, um überhaupt mal einen Bogen in der Hand zu haben und einen Pfeil in Richtung eines Ziels zu bewegen, ist das schon okay.

Eine deutlich bessere Alternative sind hingegen die mittlerweile zahlreichen Bogenparks und 3D-Parcoure in Deutschland. Dort hat man zumeist die Möglichkeit, zumindest eine fachkundige Einweisung ins Bogenschießen zu bekommen. Das dauert nicht lange, eine Stunde reicht meist aus, um zumindest die Grundlagen hinzubekommen und es kostet nicht viel. Zudem verfügen Bogenparcoure über Leihequipment, das man für einen kleinen Taler für den Tag mieten kann. Manche bieten auch umfangreichere Schnupperkurse oder Fortgeschrittenenkurse an.

Die Kosten sind überschaubar. Der Bogenpark Hohenkammer bei München beispielsweise bietet einen zweistündigen Schnupperkurs inklusive Ausrüstung für 25 Euro an. Leihausrüstung für die Parcoursrunde gibt es für 10 Euro, die Parcoursrunde selbst kostet 8 bis 16 Euro, je nach Umfang. Auch Fortgeschrittenenkurse werden oft angeboten, um das Gelernte zu vertiefen. Insgesamt also eine nicht allzu teure Möglichkeit, mal einen Fuß ins Bogenschießen zu setzen und Spaß macht es außerdem, einen Nachmittag im Wald zu verbringen und auf die Jagd nach Plastiktieren zu gehen.

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Eine weitere Möglichkeit sind natürlich die zahlreichen Bogensportvereine. Nicht wenige bieten ebenfalls Schnupperkurse oder Probetraining an. Vereine gibt es überall in Deutschland, einfach mal auf deren Websites informieren. Interessant ist das auf jeden Fall für Einsteiger, die sich intensiver mit dem Sport beschäftigen möchten.

Natürlich ist es auch möglich, das Bogenschießen autodidaktisch mithilfe von Büchern und Videos zu erlernen. Dauert halt alles ein bisschen länger und das größte Problem ist, dass niemand da ist, der etwaige Fehler (und die werden sich einschleichen, hundertprozentig) aufzudecken und zu korrigieren. Ein Trainer oder Coach in irgendeiner Form ist generell empfehlenswert, denn es ist verflucht schwer, eingeschlichene Fehler wieder loszuwerden.

Welchen Bogen soll ich als Anfänger kaufen?

Ist das Interesse geweckt und vielleicht sind die ersten Gehversuch absolviert, kommt natürlich die Gretchenfrage: Welchen Bogen kaufe ich mir? Einfache Antwort: am besten erstmal gar keinen und schon gar nicht ohne Beratung. Das hat mehrere Gründe: Bogenlänge und Zuggewicht müssen zum Schützen passen. Die Pfeile müssen zum Bogen passen. Sprich so ziemlich alles muss zumindest halbwegs auf den Schützen angepasst sein.

Hinzu kommt, dass sich gerade im ersten halben Jahr bei regelmäßigem Schießen noch vieles verändert, allein schon beim Zuggewicht durch den Kraftaufbau, der mit der Zeit ganz automatisch kommt. Sprich, mit etwas Pech wirft man nach zwei oder drei Monaten den teuer gekauften Bogen in die Ecke, weil nix mehr zusammenpasst. Das muss nicht sein.

Die deutlich bessere Option ist mieten. Die meisten größeren Bogenhändler bieten Mietbögen an, für den Beginn meist ein Recurvebogen mit Metall- oder Holzmittelstück. Das kostet deutlich weniger als ein Fehlkauf und bietet die Option, Wurfarme, Mittelteil oder gar den ganzen Bogen über den Mietzeitraum jederzeit austauschen zu können. Bei manchen wird sogar die gezahlte Miete bei einem späteren Kauf auf den Preis angerechnet. Unbedingt empfehlenswert!

Abgesehen davon ist ein guter Bogenhändler in der Lage, für den Schützenfrischling einen passenden Bogen nebst Equipment zusammenzustellen, mit der richtigen Zugkraft und der richtigen Bogenlänge. Und es gibt meist die Möglichkeit, den Bogen auszuprobieren, eben um festzustellen, ob er zum Schützen passt und derjenige damit klarkommt. Wer das Schießen über einen Verein erlernt, hat dort mitunter auch die Möglichkeit, die ersten Wochen mit einem Vereinsbogen zu schießen. Also nicht gleich das Geld für was eigenes aus dem Fenster werfen, es lohnt sich nicht. Wirklich nicht.

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So nach etwa einem halben bis ganzen Jahr macht es im Grunde erst wirklich Sinn, sich was eigenes zuzulegen. Dann sitzen die Basics, die Zugkraft ist halbwegs stabilisiert. Vor dem Kauf sollte man sich allerdings überlegen, welche Bogenart man eigentlich schießen will. Immerhin gibt es mit Compound, Olympic Recurve, Blankbogen, Langbogen, Jagdrecurve, Reiterbogen etc. eine ganze Reihe unterschiedlicher Bögen. Es sollte also auch Teil des Lernprozesses des Bogenschießens sein, sich schlussendlich zu entscheiden, worauf man sich fokussieren möchte.

Was brauche ich eigentlich an Equipment?

Das Equipment fürs Bogenschießen ist im Grunde gar nicht soooo teuer, zumal es normalerweise lange hält. Abgesehen vom Bogen und passenden Pfeilen braucht man natürlich noch ein bisschen mehr. Ein Armschutz tut Not, damit es nicht aus Versehen ein kunterbuntes, aber schmerzhaftes Temporärtattoo gibt, wenn die Sehne mal auf den Unterarm klatscht.

Ein Köcher für die Pfeile muss her. Tab oder Handschuh als Fingerschutz ist Pflicht. Dazu noch eine Ziehhilfe, um die Pfeile wieder aus der Scheibe zu zerren, ein Bogenständer und eine Spannschnur zum Bogenspannen und im Grunde hat man das Basisequipment beisammen. Eventuell noch eine Bogentasche dazu, um Bogen und Zubehör gemeinsam zu verstauen. Für um die 100-150 Euro sollte man das Gröbste zusammenbekommen, wenn man ein bisschen auf vernünftige Preise schaut und vergleicht. Tipp: bei Ebay-Kleinanzeigen oder in Bogenflohmärkten bei Facebook kann man das eine oder andere Teil günstig gebraucht erwischen.

Wie teuer sind Bögen?

Der Bogen ist wieder eine andere Sachen. Wie bei so ziemlich allem, sind nach oben kaum Grenzen gesetzt, allerdings sollte man, wenn man sich zum Kauf entschlossen hat, erstmal etwas kleiner beginnen und nicht gleich den Super-Duper-Highend-Hammerbogen kaufen. Viel wichtiger ist, dass man mit dem Bogen gut klarkommt und sich damit wohl fühlt. Letztendlich kommt es auf den Schützen an und nicht so auf den Bogen. Dementsprechend auch nicht „blind“ aus dem Internet kaufen (außer, man weiß, was man tut), sondern nach Möglichkeit ausprobieren, zum Beispiel in Bogenläden oder mal die Bögen von Vereinskollegen ausprobieren. Natürlich solltet ihr euch auch vor dem Kauf entschieden haben, welche Bogenklasse ihr schießen wollt, ob Compound, Olympisch, Blank, Instinktiv, Primitiv oder was auch immer.

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Am Beispiel eines Recurve Take-Down Bogens (bestehend aus Mittelteil und zwei Wurfarmen): Einsteigerbögen gibt es hier bereits um die 100 Euro, die meisten davon sind ziemliches Brennholz. Recht ordentlich bis sogar gut sind die Bögen von Ragim. Die liefern ein ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis für den Anfang.

Wer es etwas solider und mit Metallmittelteil haben will, der muss schon um die 3-400 Euro investieren. WNS, EXE und einige andere Firmen bieten richtig gute Bögen, an denen man schon mehrere Jahre seine Freude haben kann. Wer noch mehr aus seinem Bogen herausholen will, findet reichlich Möglichkeiten, tief in die Tasche zu greifen und bis zu 2.000 Euro und mehr in einen Recurvebogen zu stecken. Mein Baby liegt derweil mit allem Drum und Dran bei etwa 1.300 Euro. Damit schieß ich zwar nicht besser (oder zumindest nicht viel), aber es ist meiner. Mit viel Arbeit und Liebe konfiguriert und ich fühl mich sauwohl damit.

Die Spanne zwischen 100-150 Euro bis hin zu 2.000 Euro und mehr trifft eigentlich bei allen Bogenarten zu, egal ob Langbogen, Compound (mit höherem Einstieg etwa ab 400 Euro) oder Jagdrecurve. Für einen richtig schicken Langbogen aus Handfertigung könnt ihr jedenfalls ebenso locker weit über 1.000 Euro loswerden. Aber: im Grunde gibt es für jeden Geldbeutel etwas Passendes. Auch bei Bögen könnt ihr gebraucht mal ein Schnäppchen machen, wenn man weiß, was man haben will. Aber am besten mit der Möglichkeit, sich den Bogen beim Verkäufer anzuschauen und ihn auszuprobieren.

Nochmal: es ist nicht so wichtig, dass ihr den teuersten Bogen des Planeten habt. Ein guter Schütze kann auch mit einem Billigbogen richtig geil schießen. Viel wichtiger ist, dass der Bogen zu euch passt, ihr euch damit richtig wohlfühlt und alles vernünftig aufeinander abgestimmt ist. Ihr werdet im Laufe der Zeit eh genug Geld loswerden, wenn es auch mal richtig packt. Dann kommt das Experimentieren mit anderen Komponenten, Pfeilen, Spine-Werten, Spitzen, Federn, Auflagen, Sehnen und so weiter und so fort.

Also, kurz zusammengefasst:

  • Schnupperkurse, Einsteigerkurse in Vereinen und in Bogenparks sind ein guter erster Schritt in den Bogensport. Nach Möglichkeit aber nicht ohne fachkundige Einweisung loslegen, das bringt meist nur Verdruss.
  • Wer ernsthaft und regelmäßig schießen will, sollte einem Verein beitreten, der hinreichend Trainigsmöglichkeiten und am besten auch noch einen Trainer bietet.
  • Erst mieten, dann kaufen. Im ersten halben Jahr verändern sich Technik und Kraft rasant. Jeder zu frühe Kauf ist im Grunde rausgeworfenes Geld.
  • Nicht blind mieten oder kaufen, sondern den Weg zum kompetenten Bogenhändler in Kauf nehmen und sich vor Ort beraten lassen und ausprobieren. Dann habt ihr auch die passenden Pfeile, das passende Equipment und vor allem den passenden Bogen.
  • Wenn ihr kauft: Bögen gibt es in nahezu allen Preisklassen. Doch nicht der Preis entscheidet, sondern der Schütze und ob er sich mit dem Bogen wohl fühlt.

Wichtig ist aber vor allem, dass ihr Spaß an der Sache habt, egal, ob ihr nur mal ein Wochenende durch einen 3D-Parcours tobt oder regelmäßig im Verein trainiert und an Turnieren teilnehmt.

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Tutorial Pfeilbau: Spitzen, Vanes und Federn kleben bei Carbonpfeilen

Zu Beginn meines Hobbies war ich ja eine faule Sau und hab mir meine Pfeile komplett bestellt oder im Laden bauen lassen. Federn und Spitzen sind allerdings Verschleißteile und immer wieder zum Laden gondeln kostet Zeit und ist nicht immer gut möglich, wenn Öffnungszeiten und Beruf kollidieren. Dabei kann man das alles supereinfach selber machen ohne großen Aufwand oder Kosten.

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Wenn man es richtig macht, geht das richtig gut. Bei mir hat sich in einem dreiviertel Jahr gerade mal eine einzige Feder gelöst und das auch nur, weil ich gepfuscht habe. Hier mal ein kleines Tutorial dazu, wie man das schnell und einfach machen kann.

Spitzen in Carbonpfeile kleben

Das Einkleben von Spitzen (oder auch Inserts) ist im Grunde keine große Aktion. Ein bisschen Krams dafür benötigt ihr, abgesehen natürlich von den Schäften und Spitzen selbst:

  • Klebstoff (vorzugsweise Zwei-Komponenten-Kleber auf Epoxidbasis). Ich benutze dazu UHU Plus Endfest. Der ist leicht dosierbar und hält richtig gut. Selbst bei Schüssen ins Holz hat’s mir noch keine Spitze gezogen.
  • eine dünne Rundfeile (die in euren Pfeilschaft passt)
  • Aceton
  • Küchenpapier
  • Wattestäbchen
  • schmaler Pinsel

Der erste Step ist, den Schaft innen etwas aufzurauen, damit der Klebstoff besser hält. Nutzt eine passende Rundfeile und schleift damit das Innere des Schafts etwas an. Tunkt danach ein Wattestäbchen ins Aceton ein und reinigt damit den Schaft von Innen. Das ist nicht unwichtig, um den Carbonstaub, der generell drin sitzt, loszuwerden, um die Haftung zu erhöhen. Danach das Gleiche nochmal mit einem trockenen Stäbchen, um das Aceton rauszuwischen, sonst hält der Kleber u.U. nicht richtig.

Raut nun den Teil der Spitze, der im Schaft landet, ebenfalls etwas mit der Pfeile auf und entfernt etwaigen Schleifstaub. Entfernt die Nocke aus dem Schaft, damit die Spitze durch den Luftdruck im Schaft nicht wieder rausgedrückt wird beim Trocknen. Das alles ist nicht unwichtig, um der Spitze die maximale Haftung zu verleihen.

Drückt nun eine etwa Daumenspitzen-große Menge der zwei Kleberkomponenten in einen kleinen Behälter und vermischt die beiden Komponenten gleichmäßig. Bestreicht mit einem Pinsel nun den Teil der Spitze, der in den Schaft gehört, mit dem Kleber. Es reicht, wenn etwa die Hälfte oder 2/3 des Inserts der Spitze mit Klebstoff gleichmäßig bestrichen sind. Steckt nun die Spitze nicht einfach in den Schaft, sondern dreht sie langsam hinein, damit sich der Kleber gut verteilt. Überschüssiger Klebstoff, der zwischen Schaft und Spitze herausgedrückt wird, wird mit Küchenkrepp entfernt.

Lasst das Ganze über Nacht trocknen und setzt dann die Nocke ein. Wenn ihr alles richtig gemacht habt, wird die Spitze sicher und lange im Schaft sitzen.

Vanes oder Federn kleben

Auch das Ankleben von Federn und Vanes ist im Grunde kein Problem. Manche schwören auf Federnklebestreifen, ich habe damit bisher keine guten Erfahrungen gemacht und bin eher ein Freund des Klebstoffs. Folgendes Material wird benötigt:

  • Passender Klebstoff. Ich nutze den Saunders Arrow Mate Cement. Der ist sehr gut dosierbar, haftet schnell und überschüssiger Kleber lässt sich gut entfernen. Er braucht zwar etwas länger beim Aushärten, aber wenn die Vanes kleben, dann kleben sie. Mir ist in neun Monaten genau eine Feder abgegangen, und das auch nur, weil ich gepfuscht hab.
  • Befiederungsgerät. Ich nutze ein Cartel Befiederungsgerät. Damit kann man zwar immer nur je eine Feder kleben, aber es ist a) preiswert (unter 20 Euro) und lässt sich b) dank Magnethalterung sehr gut platzieren.
  • Aceton
  • Küchenpapier

Solltet ihr alte Vanes entfernen wollen, geht das recht gut mit einem scharfen Cuttermesser. Haltet die Klinge dabei so flach wie möglich an den Schaft, damit ihr nicht ins Carbon schneidet. Letzteres ist nicht gut für die Stabilität des Pfeils, außerdem könnt ihr euch mit Schnittstellen im Carbon böse verletzen. Eine Alternative sind scharfe Rundbeitel, die in etwa dem Durchmesser der Pfeile entsprechen. Bei ganz hartnäckigen Kleberesten sind Fön oder heißes, nicht kochendes Wasser hilfreich.

Etwaige Kleberreste alter Federn entfernt ihr mit Aceton. Gegebenenfalls könnt ihr alten Federnkleber auch mit einem Fön oder heißem Wasser aufweichen. Egal ob neu oder alt: reinigt den Schaft mit Aceton, um Kleberreste oder Carbonstaub loszuwerden und trocknet das Ganze danach mit Küchenpapier. Man liest immer wieder, dass Schützen mit neuen Schäften Probleme mit abfallenden Federn haben. Das liegt eben am besagten Carbonstaub. Also weg damit. Aber nicht abschleifen, das beeinträchtigt die Oberfläche.

Setzt nun die Feder oder Vane in die Klemme des Befiederungsgeräts ein und achtet darauf, dass alle Vanes gleich bündig sind, damit sie nachher nicht versetzt am Pfeil sitzen. Drückt nun mit der Klebstofftube einen schmalen, durchgängigen (!) Streifen Kleber auf die Vane/Feder. Wichtig ist, dass es keine Lücken gibt. Wo kein Kleber ist, wird sich die Feder unweigerlich mit der Zeit lösen.

Setzt nun die Halterung ins Befiederungsgerät ein entsprechend der jeweiligen Einstellungen und presst die Feder/Vane an den Schaft. Überschüssiger Kleber, der herausquillt, wird sofort mit einem Stück Küchenpapier entfernt. Der Saunders-Kleber, den ich nutze, hat den Vorteil, dass er schnell haftet, aber immer gut entfernbar ist. Nach etwa einer Minute antrocknen könnt ihr euch der nächsten Vane/Feder widmen. Sollte immer noch überschüssiger Kleber vorhanden sein, könnt ihr den einfach abziehen.

Habt ihr all das beherzigt, sollten die Vanes/Federn problemlos und sicher haften. Lasst die Pfeile aber über Nacht aushärten. Der Saunders-Kleber haftet zwar schnell, bleibt aber noch recht lang flexibel. Die Möglichkeit, überschüssigen Kleber einfach abzuziehen, ist mir aber wichtiger als eine schnelle Aushärtung.

Pfeilbeschriftung

Noch ein Tipp am Rande: Pfeile müssen für Turniere beschriftet sein, zumindest mit einer Namenskennzeichnung. Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Arctec zum Beispiel bietet konfigurierbare Decals an, die ihr einfach auf die Pfeile klebt. Meine Empfehlung ist allerdings der Sakura Pen-Touch 0.7 mm in weiß, also ein Lackstift. Einfach zu handhaben und dabei wisch- und wasserfest. Haftet bestens auf Carbon.